roppongi_ripperVergangenes Jahr erschien vom Autor Andreas Neuenkirchen der erste Teil seiner Japan-Krimi-Reihe: „Yoyogi Park“. Über den Lolita-Mord im Yoyogi Park in Tokio berichtete ich damals bereits, wer also vorne in der Reihe einsteigen möchte, kann sich hierzu ein wenig belesen: Buchbesprechung zu „Yoyogi Park“.
Auch der heiß ersehnte, zweite Band der Krimi-Reihe erscheint beim Conbook Verlag, der zahlreiche Reisebegleiter, Fettnäpfchenführer, Länderdokumentationen und Romane, die in fremden Kulturen spielen, verlegt.
Der Autor Andreas Neuenkirchen hat seine Krimi-Reihe auf vier Bände angelegt. Jede spielt in einer der vier Jahreszeiten und zeigt so eine immer wieder andere Seiten der japanischen Hauptstadtmetropole Tokio. Fans fremder Kulturen kommen hier also ganz nebenbei auf ihre Kosten, denn Herr Neuenkirchen hat selbst in Japan gelebt und gearbeitet und hat somit die Eigenarten Japans schon am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Name: Roppongi Ripper
Autor: Andreas Neuenkirchen
Verlag: Conbook Verlag
Seitenanzahl: 352 Seiten
Ausgabe: Premium-Taschenbuch, broschiert
Preis: 12,95 € [D], 13,40 € [A] Genre: Krimi

Beschreibung:

Sommer in Tokio: Zwei grausame Morde erschüttern das Rotlichtmilieu der Mega-Metropole, und für die Polizei steht schnell fest: Ein Serienmörder macht das Viertel Roppongi unsicher. Als der Täter sich kurze Zeit später mit einem dritten Mord brüstet, der mit dem bisherigen Schema komplett bricht, steht Inspector Yuka Sato wieder am Anfang. Geht es dem Roppongi Ripper wirklich nur um die Befriedigung dunkler Triebe oder stecken ganz andere Motive hinter seinen Taten? Waren die Opfer nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder wurden sie gezielt ausgewählt?

Ob unglücklicher Zufall oder geplanter Racheakt –  der Roppongi Ripper mordet schnell und die Zeit rennt der jungen Ermittlerin davon. Als Sato dann noch erfährt, dass der Mensch, dem sie am meisten vertraut, möglicherweise ihre Ermittlungsarbeiten sabotiert, gerät auch ihr eigenes Leben in Gefahr. Ihr bleibt nichts anderes übrig als unterzutauchen – ausgerechnet im Jagdrevier des Rippers …

Yuka Satos zweiter Fall nimmt Sie mit in die glanzvolle und grausame Halbwelt von Roppongi und Shinjuku, in das koreanische Viertel Tokios und in die junge und gar nicht unschuldige Millionenstadt Saitama.

Quelle: conbook-verlag.de

Kopflos durch Roppongi
Mit einer äußerst blutigen Mordserie und einem Bekennerschreiben einer rechtsextremen Vereinigung startet Yuka Satos Jagd durch Roppongi, Shin-Okubo und Saitama auf der Suche nach dem eventuell politisch motivierten Mörder.
Andreas Neuenkirchen verknüpft die Spannung eines guten Krimis mit Informationen zu einer für uns fremden Kultur, in der aber eben auch nicht alles so schön ist, wie es Reiseführer uns oftmals verkaufen wollen.
Allgegenwärtig ist derzeitig in Japan immer noch das Reaktorunglück von Fukushima und dieses wurde bereits im 1. Band thematisiert und wird sich wohl auch durch alle weiteren Bände ziehen. Was dieses Reaktorunglück für den Alltag der Japaner bedeutet, wird hier an sich ganz gut deutlich. Dieses Mal ist es der Fakt, dass nahezu überall die Klimaanlagen abgeschaltet sind. Das ist bei den heißen Sommern in Japan keine Kleinigkeit.
Aber auch das Problem der Fremdenfeindlichkeit in Japan wird in diesem Buch noch einmal besonders betont. In „Yoyogi Park“ wurde schon anhand von Yuka Satos Portiers klar, dass man als Fremder auch am anderen Ende der Welt nicht immer mit offenen Armen begrüßt wird.
Ähnlich der umstrittenen PEGIDA-Bewegungen in Deutschland steht im Zentrum von Yuka Satos Ermittlungen eine ebenso fremdenfeindliche, japanische Organisation, die sich sogar mit Hakenkreuzen schmückt und den etwas widersprüchlichen Namen „White Power Yamato“ trägt.
Allerdings gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus „Yoyogi Park“: Der Yakuza Shiraishi sinnt nach Rache und das auch aus dem Gefängnis heraus. Ob nur leere Drohungen oder Versprechungen wird sich im Laufe des Buchs zeigen.
Neben all diesen eher problematischen Themen werden aber auch wieder viele kulturelle und alltägliche Eigenheiten liebevoll beleuchtet. Wer sich als Leser mit den Begriffen und den gelegentlichen, japanischen Gesprächsfloskeln überfordert fühlt, kann einen Blick in das Glossar des Romans werfen.
Wer bei „Yoyogi Park“ nicht anfangen möchte, kann auch völlig problemlos zu „Roppongi Ripper“ greifen. Es ist kein Vorwissen zwingend notwendig, zumal es auch ein Charakterverzeichnis gibt, mit dem man sich informieren kann. Allerdings dürfte man bei all den Bezügen auf „Yoyogi Park“ früher oder später einfach Lust auf den Frühlingsband bekommen.

Fazit: Andreas Neuenkirchen versteht es in „Roppongi Ripper“ erneut, die Spannung eines Krimis mit interessanten Anmerkungen zur japanischen (Alltags-)Kultur zu verknüpfen, ohne dabei auch nur ansatzweise zu langweilen. Durch seinen modernen Schreibstil bleibt die Erzählung konstant mitreißend und faszinierend. „Roppongi Ripper“ ist blutiger und ebenfalls wieder spannend und setzt die Erzählung um Yuka Sato gekonnt fort. Ein tolles Buch, das ich Krimi- und/oder Japan-Fans definitiv ans Herz legen kann!

Eine Leseprobe gibt es auf der Seite vom Conbook Verlag. (Etwas runterscrollen)

Ein herzliches Dankeschön an den Conbook Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und die freundliche Korrespondenz!

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