Diese Review hat jetzt viel Zeit gebraucht. Nicht, weil ich sie nicht schreiben will (denn ich will grade DIESE Review unbedingt 1068schreiben) – sondern, weil sie mir sehr am Herzen liegt und sie deshalb gut durchdacht sein sollte. Nun weiß ich nicht, ob’s mir glückt – aber ich will es versuchen.

Fangen wir mal ganz am Anfang an. Die hierzulande genannten Elfenwelt-Comics im Albenformat habe ich mit der zweiten deutschen Auflage (hier erstmalig von Carlsen rausgebracht) in die Finger bekommen. Das war 1997, wenn mich nicht alles täuscht. Da war ich noch sehr jung und musste meine Mutter anbetteln, sie mir zu bestellen und zu kaufen. Und ab da an war ich verloren!

Das Ehepaar Wendy und Richard Pini hat mit „Elfquest“ eine vielschichtige und mehrdimensionale Welt erschaffen, in der über die Jahre eine Vielzahl an Geschichten und Charaktere zum Tragen kamen. Beginnend mit den ersten zwanzig Bänden „Abenteuer in der Elfenwelt“ kamen noch etliche weitere Titel dazu (nicht alle, und das ist sehr schade, ins Deutsche übersetzt – aber ich will mich nicht beschweren, wir haben schon enormes Glück mit der Anzahl der übersetzten Bände), wie im Anschluss „Elfquest – Die verborgenen Jahre“, dann weiter mit „Elfquest – Die neuen Abenteuer“ und „Elfquest – Zeit der Träume“.

Und schon sind wir beim Jetzt angekommen mit „Elfquest – Das letzte Abenteuer“. Welches zeitlich hinter all den bis jetzt erschienenen Bänden liegt. Auch wenn man die Geschichte davor nicht kennt, bekommt man dank des „Abriss von Hartmut Klotzbücher“ gleich am Anfang des ersten Bandes eine wunderbare Zusammenfassung der Geschehnisse 😉

Trotzdem muss man als Neuling ein bisschen rennen, um reinzukommen. Da kommt man als Kenner der Vorgeschichten schon viel schneller rein – grade bei der Fülle an Charakteren. Es ist wunderbar, wie es hier den Pinis gelingt, alle Geschichten und Elfenstämme zu verbinden. Und auch ich habe einige Lücken, die mich aber nicht im Lesen und Genießen behindern~

Name: Elfquest – Das letzte Abenteuer
Zeichnungen / Text: Wendy und Richard Pini
Übersetzer: Andreas C. Knigge (Englisch -> Deutsch)
Bände: 
Preis: 22,- €
Lizenzinhaber: Tokyopop
Genre: Fantasy

Klappentext:

Das letzte Abenteuer der Elfen beginnt!

Schnitter, Himmelweis und seine Freunde haben aufregende Jahre hinter sich: Sie konnten ein Zuhause im Palast der Hohen finden und sich einrichten. Nun erleben sie aber Veränderungen … Ist der uralte »Weg«, den die Wolfsreiter so lange verfolgten, noch der richtige? Müssen sie überhaupt noch kämpfen und jagen? Sind sie sicher vor den Menschen, wenn sie im Palast bleiben? Doch Schnitters Tochter Fünkchen muss schnell feststellen, dass »Sicherheit« sehr zerbrechlich ist!
Quelle: tokyopop.de

Mein Gesamteindruck: Wendy Pinis Zeichenstil ist unverkennbar. Und da bildet dieses Werk keine Ausnahme. Auch wenn man (natürlich) Unterschiede erkennt zu den ersten Bänden. Die Geschichte ist ungemein komplex geworden mit all ihren Charakteren und trotzdem kommt sofort das gleiche Gefühl wie am Beginn der Geschichte zustande. Man wird gut mitgenommen und leidet, lebt und kämpft mit. Ja! Ich bin da vielleicht nicht die objektivste Meinung, aber das war wirklich ein langer Weg bis Sorgenend und endlich gibt es wieder neue Geschichten aus der Elfenwelt!

Die Ausstattung: Für wahr, 22 Euro sind kein Pappenstiel – dafür bekommt man 200 Seiten komplett in Farbe! Und für mich ist es der Band in jeden Falle wert!

Gesamtbewertung der Serie:

Unterhaltung: 9/10 Warum  nicht die volle Punktzahl? Ganz einfach, es müssen im Laufe des ersten Bandes ersteinmal viele kleine Konstrukte aus der Vergangenheit in der Gegenwart zusamme geführt werden – klingt kompliziert? Ist es auch ein bisschen 😉 Die Geschichte muss sich erst ausrichten, wird deswegen aber nicht minder spannend erzählt. Ich war großartig unterhalten und sofort wieder emotional dabei!
Zeichnungen: 09/10 Wunderschön und ein ganz eigener Stil. Ungewöhnlich für manches Auge bestimmt. Die Coloration wurde von Sonny Strait übernommen und gibt dem ganzen noch mal ein anderes Gefühl. Es wirkt dadurch herlich lebendig (auch wenn ich die Tuschezeichnungen aus vergangenen Bänden mehr schätze – aber das ist Jammern auf hohem Niveau). Einmalige Zeichnungen aus dem Hause Pini!
Storyverlauf: 10/10 Man kann es nicht anders sagen, Geschichten können sie definitiv erzählen! Da wirkt nichts aufgesetzt, nichts lächerlich – eine runde und solide Geschichte, die bestimmt noch an Fahrt und Dramatik im Laufe der weiteren Bände zunehmen wird. Darauf freu ich mich.
Lettering: 08/10 Die Schriftart ist gut gewählt, an einigen Stellen vielleicht etwas klein durch viel Text, aber alles in allem eine qualitativ gute Arbeit.
Insgesamt: 09/10

Fazit:  Ich hätte auch die volle Punktzahl geben können, einfach weil ich mich nach den vielen Jahren wirklich freue über eine Fortsetzung der Elfenweltgeschichten. Und diese auch wieder erstaunlich gut sind. Natürlich unterscheiden sich die Elfenweltcomics von Mangas und Superheldencomics im Allgemeinen sehr. Sehr-sehr sogar. Es ist ein ganz eigener Stil und Erzählart an diesem epochalen Werk. Darauf muss man sich einlassen können. Die Geschichte ist wirklich gut durchdacht und ich kann da keine erzählerischen Schwächen dran erkennen. Ich bin begeistert! Immer noch und ich werde den Band noch mal lesen…und wahrscheinlich noch mal!

Also an alle Elfenwelt-Fans da draußen! Auf zum Kaufen!

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