Wolf Girl & Black Prince deutsches Cover © 2015 Ayuko Hatto, VIZ Media Switzerland SA

So gerade noch im Februar geschafft! Ha! Hier ist mein Manga-Tipp des Monats: Wolf Girl & Black Prince.
Mann, das war ein Akt. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, was ich jetzt nehmen sollte. Hab mich dann aber für einen in DACH noch laufenden Titel entschieden.

Wolf Girl & Black Prince

Lügen haben kurze Beine

Auf die Reihe wurde ich durch den gleichnamigen Anime aus dem Jahre 2014 aufmerksam. Den schaute ich immer schon zeitnah nach japanischer Ausstrahlung und hatte schnell einen Narren daran gefressen.
Der Anime hat kein abgeschlossenes Ende und ist damit nichts weiter als Werbung für den Manga, auf den der Anime letzten Endes basiert. 2015 brachte Kazé schließlich den ersten Band der Manga-Reihe heraus. Und ja, den hab ich mir dann auch direkt gekauft.
Die Werbung hat somit bei mir voll gezogen …

In Japan gibt es zum Manga noch ein Crossover mit der Serie Rainbow Days. Darüber hinaus wurde ein Anime mit 12 Episoden, eine OVA und ein TV-Special produziert. Und wer auf Realfilme steht – Es gibt auch noch einen Live Action Movie zum Manga. Der Anime wurde genau wie der Manga von Kazé lizenziert.

Die Eckdaten

Name: Wolf Girl & Black Prince
Original: オオカミ少女と黒王子 (Ookami Shoujo to Kuro Ouji)
Autor/ Zeichner: Ayuko Hatta
Übersetzer: Yuko Keller (Japanisch -> Deutsch)
Bände: 16 (in DACH bisher 12 Bände erschienen, Stand: 28.02.20217)
Preis: 6,95 €
Lizenzinhaber: Kazé
Genre: Romanze, Komödie, Shoujo

Die Handlung

Erika Shinohara kommt endlich an die Oberschule! Ihre Freundin von der Mittelschule Ayumi Sanda landet aber nicht mit ihr in einer Klasse und so muss sich Erika einen komplett neuen Freundeskreis aufbauen.
Doch die Cliquen in der Klasse stehen bereits seit dem ersten Tag fest und es fällt ihr unfassbar schwer, Anschluss zu den anderen zu finden. Die Einzigen, die bisher auch nur zu Zweit sind, sind die beiden Tussis Marin Tachibana und Aki Tezuka. Erika wagt dennoch ihr Glück und sitzt in der Zwickmühle: Die beiden unterhalten sich nur über ihre festen Freunde, doch Erika hat null Erfahrung in Liebesdingen geschweige denn einen festen Freund.
Um an die beiden Mädchen Anschluss zu bekommen, tischt sie beiden die Lüge vom perfekten Freund auf. Doch schon bald zweifeln sie an ihrer Geschichte und Erika muss auf Teufel komm raus einen Freund zum Schein finden … Den findet sie ihn auch, aber Kyoya Satas Dienste sind nicht gerade billig.

Wolf Girl & Black Prince Cover Band 7 © 2015 Ayuko Hatto, VIZ Media Switzerland SA

Meine Meinung

Der Anime deckt die Geschichte der ersten fünf Bände im Großen und Ganzen ab. Daher war der Anfang der Manga-Reihe zwar unterhaltsam, aber wenig überraschend oder gar packend.
Ab dem 6. Band ging es dann schließlich für mich richtig los. Mittlerweile ist Wolf Girl & Black Prince einer der Mangas, auf die ich mich alle zwei Monate am meisten freue.
Warum mich dieser Shoujo-Manga so fesselt, obwohl in meinem Regal mittlerweile mehr Mangas mit Blut und Gewalt stehen, möchte ich euch gerne erklären.

Worauf lasse ich mich ein?

Wolf Girl & Black Prince umfasst 16 Bände à 6,95 € pro Band. Bislang sind hierzulande 12 Bände erschienen (Stand: 28.02.2017). Man kann zu diesem Zeitpunkt also noch bequem einsteigen und die Bücher bis zur Veröffentlichung des letzten Bandes nachkaufen, ohne gleich ein Vermögen auf den Tisch zu legen.

Für eine augenscheinlich einfach gestrickte Shoujo-Geschichte sind 16 Bände schon nicht wenig. Doch es wird schnell klar, dass Wolf Girl & Black Prince mehr kann, als man es auf den ersten Blick vermuten könnte.

Lasst euch nicht von den Covern abschrecken! Ja, auf jedem Cover ist Kyoya drauf, was mich persönlich etwas nervt. Die Cover vermitteln leider den Eindruck, dass es in diesem Manga nur darum geht, wie geil Kyoya aussieht und dass es einzig und allein darum geht, wie Erika ihn schließlich rumkriegt. Wer das denkt, ist mächtig auf dem Holzweg. Aber dazu an anderer Stelle mehr

Wolf Girl & Black Prince Cover Band 11 © 2016 Ayuko Hatto, VIZ Media Switzerland SA
Eine ungewöhnliche Prämisse

Wenn man die Beschreibung liest, denkt man zuallererst eines: „Am Ende kommen die eh zusammen.“ Ja, sicher. Es ist ein Shoujo. Und auch wenn die Prämisse zunächst unspannend und unoriginell wirkt, wurde sie ungewöhnlich umgesetzt:
Als Leser mag man Erika am Anfang nicht. Man mag auch nicht Kyoya. Man schaut den beiden bei ihrem verlogenen und scheinbar gefühllosen Treiben zu und wünscht sich nur eines: Hoffentlich macht ihr beide bald eine saftige Bauchlandung.

Und das tun sie. Mehr als einmal. Zum Glück!

Verantwortung und Reue

Erika leidet anfangs scheinbar kaum unter ihren Lügen. Sie kommt zwar schnell in Teufelsküche, aber das Lügen fällt ihr unsagbar leicht.
Als sie schließlich auffliegt, setzt sie erst mal alles daran, Schadensbegrenzung zu betreiben. Als sie auch daran scheitert, setzt bei ihr ein Umdenken ein.
Sie übernimmt Verantwortung und bereut zutiefst ihr Verhalten. Sie entschuldigt sich, will die Dinge wieder gutmachen. Dabei ist ihr bewusst, dass sie womöglich alles verlieren könnte.

Nachdem sie wieder mit sich im Reinen ist, geht sie ihre nächste Herzensangelegenheit an: Kyoya. Im Zuge ihres kleinen Schmierentheaters hat Erika Gefühle für den kaltherzigen Sadisten entwickelt. (Stockholm-Syndrom lässt grüßen.)

Zu diesem Zeitpunkt war Kyoya immer noch bei mir als Leserin ziemlich unten durch.

Wolf Girl & Black Prince Cover Drama CD © Ayuko Hatto, Shueisha Inc.
Was ein Wechsel der Perspektive so ausmachen kann … (Achtung, Spoiler!)

Meine Haltung gegenüber Kyoya ändert sich jedoch nach und nach, als er und Erika nach vielen Tränen ein Paar werden. In der Handlung selbst steht dieser Schritt recht früh am Anfang der Geschichte. Im Endeffekt ist Wolf Girl & Black Prince die Geschichte darüber, wie die beiden ihre Beziehung führen.
Wer also keine Lust auf ein langes Hin und Her hat, wie man es ja oft aus Liebesgeschichten kennt, der wird hier recht schnell glücklich.

Doch damit es nicht getan. Die Beziehung wird natürlich ständig durch irgendwelche Ereignisse auf die Probe gestellt. Dabei ist Erikas Eifersucht und ihr geringes Selbstwertgefühl oft ausschlaggebend. Dies korrigiert sich aber immer weiter, bis man Erika als sympathisches und in ihrer Beziehung glückliches Mädchen wahrnimmt. Wie erfrischend! Aber auch langweilig …

Deshalb wird kurzerhand der Spieß umgedreht. Also, nein, die Beziehung geht nicht zu Brüche und Erikas Charakter wird nicht umgedreht! Man wechselt einfach die Perspektive: Die Geschichte wird immer öfters aus Kyoyas Perspektive beschrieben.

Zu Beginn der Geschichte ist er der kalte Schönling Kyoya vollkommen undurchsichtig. Diese oberflächliche Behandlung seines Charakters macht ihn zu einer unsympathischen Kunstfigur, weshalb es mir anfangs schwer fiel, Erika ihre Gefühle abzukaufen. Als die Geschichte schließlich aus seiner Perspektive erzählt wird, bröckelt seine aalglatte Fassade und man sieht als Leser, dass er tatsächlich Gefühle besitzt. Darüber hinaus sogar Gefühle für Erika.

Er nimmt sich sehr viel mehr zu Herzen, als man anfangs gedacht hätte. Er schämt sich für sehr viel mehr, als es Erika jemals einfallen könnte. Und das Beste ist eigentlich: Er ist so viel unschuldiger als Erika, spielt dafür aber den erfahrenen Gigolo. In bestimmten Szenen seine Gedanken zu seinen Taten zu sehen, ist zum Schreien komisch.
Seine Eifersucht steht Erikas in nichts nach, was auch noch zu lustigen Episoden führt, in denen Erika in Situationen kommt, in denen sie ihn damit aufziehen kann. (Das ist Genugtuung pur, sag ich euch!)

Fazit

Wolf Girl & Black Prince ist eine Shoujo-Reihe, die viel richtig macht, obwohl oft die Geschichte überzeichnet und albern erzählt wird. Der Zeichenstil hebt sich jetzt nicht sonderlich von anderen Serien ab, ist aber schön anzusehen.
Dafür spielt Ayuko Hatta in ihrer Serie sehr gut mit den Erzählperspektiven und bricht mit dem nebulösen Schönlings-Image von Kyoya. Sensibelchen werden manchmal vielleicht sogar ein Tränchen verdrücken (ist mir schon passiert v.v) und an anderer Stelle muss man einfach laut lachen. Die meiste Zeit verbringt man aber mit einem Lächeln auf den Gesicht. Ein zufriedenes Lächeln.
Inhaltlich bleiben auch durchaus relevante Themen wie „das erste Mal“ oder die Akzeptanz der Macken des anderen nicht aus. Hier arbeiten zwei Menschen tatsächlich an ihrer Beziehung und Ayuko Hatta lässt den Leser daran teilhaben. Sehr schön!

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