cartmanMeine Güte habe ich diesem Spiel entgegengefiebert und als ich das Spiel dann am 5. März in Händen hielt, war die Ernüchterung doch sehr groß. Ubisoft verschob kurzerhand aufgrund von „systemkritischen Symbolen“ den Release in Deutschland und Österreich auf den 27. März 2014. Hauptsache, die Spielehülle lag wochenlang auf meinem Schreibtisch und hat die Sehnsucht Tag für Tag immer weiter vergrößert.
Das Spiel zur Kult-Serie South Park aus Amerika soll den Spieler als das neue Kind in die etwas andere Gesellschaft von South Park einführen. Währenddessen herrscht in dem ja sonst so „ruhigen“ Kleinstädtchen gerade der ultimative Fantasy-Hype bei den Kids Einzug. Natürlich Cartman mittendrin, statt nur dabei. An der Produktion waren im Übrigen die South Park-Macher Trey Parker und Matt Stone beteiligt.

Titel: South Park – Der Stab der Wahrheit
Originaltitel:South Park: The Stick of Truth
Entwickler: Obsidian Entertainment
Publisher: Ubisoft
Plattform: PC, PS3, Xbox 360
Genre: Fantasy, Rollenspiel (Einzelspieler)
Steuerung: Tastatur & Maus, Gamepad
Sprache: Englische Sprachausgabe mit zuschaltbaren dt. Untertiteln
Altersfreigabe: Ab 18 Jahren
Mindestanforderungen: Windows XP (SP3) oder neuer, Zweikern-Prozessor mit 2 GHz, 2 GB RAM, 512 MB Grafikkarte, DirectX 9.0c, 6 GB Speicherplatz
Offizielle Homepage: stickoftruth.com

Die Welt steht vor einem großen Konflikt – Dem Konflikt zwischen Menschen und Nachtelfen. Schauplatz dafür bietet der South Parker Jugend die gesamte Stadt und Umgebung und natürlich… Kanada.

Der Spieler zieht zu dieser Zeit nach South Park in die berüchtigste Nachbarschaft der Zeichentrick-Geschichte und bevor die wilde Fahrt losgeht, gilt es natürlich ein paar essenzielle Dinge zu klären:

Wie in den meisten, aktuellen Rollenspielen kann man auch hier sein äußeres nach den eigenen Wünschen anpassen. Natürlich aus einer Vielzahl von Auswahlmöglichkeiten. Unter anderem einstellbar: Hautfarbe, Frisur, Haarfarbe, Kleidung, Färbung der Kleidung, Gesichtsmerkmale (oben im Bild ein Muttermal) und Brillen. Wer sich aus dieser Auswahl nicht so recht entscheiden kann, braucht aber nicht enttäuscht sein. Man findet im Verlauf des Spiels unzählige Kleidungsstücke, Frisuren und Accessoires, mit denen man seine Spielfigur noch ein wenig aufpeppen kann.

Das Einzige, worüber der Spieler jedoch keine Macht hat, ist sein Name. Den sucht Cartman für einen aus. Er ist allerdings auch THE WIZARD KING!

Was wäre South Park nur ohne geschmacklose Mini-Games? Eines davon ist die eigene Kackwurst-Produktion. Mal abgesehen vom Gag-Faktor, dass man wie doof auf eine Taste hämmert, um den Darm der Spielfigur zu entleeren, erhält man durch dieses Mini-Game einen Gegenstand für sein Inventar: Einen Scheißhaufen. Dieser kann dann in Kämpfen auf Gegner geworfen werden, was den Effekt des Ekels über sie bringt! Klingt krank, aber wer den kruden Humor von South Park nicht mag, würde sich das Spiel ohnehin nicht kaufen. Deshou nee?

Darüber hinaus gilt es neben epischen Kämpfen und nichtendenwollenden Schatzsuchen möglichst viele Facebook-Freunde zu sammeln. Zum Beispiel… Komplett South Park! Da macht doch Butters, der mächtige Paladin, einen ganz guten Anfang. Man kann allerdings auch Ausrüstungssets und Chinpokomon-Figuren sammeln. Dafür gibt es im Inventar einen Extrareiter, in dem sammelwütige Gamer den Status ihrer Sammlung überprüfen können.

Nachdem wir also eine äußere Erscheinung, einen Scheißhaufen im Inventar und den ersten Freund haben, gilt es, eine Charakterklasse zu wählen. Aus den vier Klassen Kämpfer, Magier, Dieb und Jude kann der Spieler wählen. Cartman ist Gott sei Dank so freundlich und gibt zu jeder Klasse seinen Senf dazu, sodass keine der Klassen wirklich einladend wirkt. xD Zur Wahl der Klasse gibt es auch gleich eine kleine Grundausrüstung, so dass man nicht mehr im Schlabberpulli, sondern in einem albernen Kostüm durch die Gegend rennen kann. *yay*

Und hier sehen wir das äußerst praktische Schnellreise-System~

Kommen wir zu einem der zentralen Dinge des Spiels: Das Kampfsystem. Der Albtraum für viele Gamer sind sie – Rundenbasierte Kämpfe. Was in den guten, alten Zeiten noch Standard war, ist heute ganz schön verpönt. Ich für meinen Teil liebe diese Sorte von Kampfsystemen. Das Problem für viele Gamer sind dabei die statischen Aktionen und der fehlende Realismus. Nun, gut, für die Kids ist es in dem Fall eine Regel, dass man abwechselnd zuschlägt, anstatt wild aufeinander einzudreschen. Um dem Spieler aber etwas Abwechslung zu gönnen, werden zum Beispiel Spezialfähigkeiten durch Tastenkombinationen aktiviert. Das Blocken muss ebenfalls vom Spieler selbst gemacht werden und auch bei der Magie ist man als Spieler gefragt. Durch die Vielzahl an Statusveränderungen, Fähigkeiten und Items kann man so viele verschiedene Kampfsituationen herbeirufen.

Darüber hinaus bietet das Spiel noch Interaktionen mit der Umgebung in bedingten Maßen. Natürlich kann man nicht wahllos irgendwelche Dinge kaputtschlagen, aber es gibt schon einige Schränke zu durchwühlen, Türen zu öffnen, in Löcher zu kriechen und Parkuhren zu zerdeppern. Wem das allerdings noch nicht reicht, kann mit Pfeilen um sich schießen, Kurzstreckenteleportationen vollführen, Schrumpfpulver schnüffeln, seinen Begleitern Befehle erteilen und wenn alles nicht hilft: Pfurzen. Das Interessanteste an der ganzen Sache ist, wenn man letzten Endes dann die Umgebung mit all diesen Gimicks für sich arbeiten lässt, um sich auf coole Art und Weise Vorteile in drohenden Kämpfen verschafft.

buttersBevor ich nun zur Wertung komme, möchte ich noch ein paar kurze Wörtchen zum Thema „Zensur“ verlieren. Der verzögerte Release des Spiels in Deutschland und Österreich war durch sogenannte „systemkritische Symbole“ bedingt. Damit sind die Hakenkreuze und Hitlergrüße der Nazi-Zombies gemeint, die im Verlauf des Spiels den Frieden von South Park bedrohen. Ubisoft hatte scheinbar noch ein paar der kleinen Übeltäter vergessen zu entfernen und somit mussten sie schleunigst wieder zurückrudern. Aber warum? Nun, im deutschen Gesetz ist die öffentliche Präsentation solcher Symbole nicht gestattet. Ausnahmen bilden dabei nur Werke zur Bildung und der Kunst. Das ist grundsätzlich auch kein unvernünftiges Gesetz, wie manche meinen. (Ich hab wirklich viel Bullshit zu dem Thema von manchen Leuten im Netz gelesen) Denn in einem Lehrfilm sollten solche Symbole zu sehen sein, aber nicht etwa auf T-Shirts. Allerdings bedienen sich auch Unterhaltungsfilme dieser Ausnahmeregelung und deshalb sieht man die Hakenkreuze nicht nur Historik-Dramen, sondern auch in Trash-Filmen mit Nazi-Zombie-Piraten-aus-dem-Weltall-Kram. Bisher hat sich einfach keine Spielefirma die Mühe gemacht (und auch das Geld dafür in die Hand genommen), um diese Ausnahmeregelung auch für Spiele durchzusetzen.
Zensiert wurden die Hakenkreuze dann schließlich durch plumpe, schwarze Balken. Man hat die Sprachsamples der Zombies durch Hollywood-Deutsch ersetzt (Klingt übrigens auch ganz lustig). Die Konsolenversionen hat es allerdings noch schlimmer erwischt: Hier wurden darüber hinaus noch zwei Mini-Spiele entfernt. An dieser Stelle muss man aber den Irrtum aus der Welt schaffen, dass dies alles auf Anordnung der USK geschah. Dies waren Entscheidungen seitens Ubisoft und der entsprechenden Konsolenhersteller.

Gameplay: 08/10 Das Gameplay ist gut gemacht und flüssig. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass man die Tastenbelegung ändern kann, damit man sich das Gameplay persönlich noch einmal etwas angenehmer gestalten könnte, aber an sich waren die Tastenbelegungen auch nicht dumm gewählt. Man gewöhnt sich ja bekanntermaßen an alles. Die zu drückenden Tasten wurden auch vorab meistens eingeblendet, nur an einer Stelle im Spiel standen Tasten im Screen, die es nur auf Gamepads gibt. Hat sich dann durch Trial&Error dann von allein ergeben.
Grafik: 9/10 Die Grafik ist typisch South Park und wird auf ewig zeitlos bleiben. So ist es ja meistens bei den 2D-Spielen. Und auch wenn natürlich die Grafik nicht so aufwändig ist wie von anderen Spielen ist die Bildvielfalt und die Größe der zur Verfügung stehenden Welt mit all den Details schon schick.
Story: 7/10 Die Story ist zum Teil ein wenig wirr, gut, ist ja auch South Park (D:), packt den Spieler aber trotz diverses Sidequests am Ball zu bleiben. Das Ende ist im Übrigen äußerst unerwartet gewesen.
Soundtrack: 10/10 Neben dem typischen South Park-Soundtrack bietet das Game noch andere epische Tracks. So erleben wir ein Wiedersehen mit Prinzessin Kenny und hören des Öfteren Cartman irgendeinen Scheiß im Hintergrund auf epischer Musik singen. Ja, so muss das sein.
Spielspaß: 9/10 Das Spiel hat mich an ein paar Stellen schon frustriert, weil ich so unsagbar schlecht im Drücken von Tastenkombinationen bin. xD (Armer Randy…) Trotzdem hat das Spiel gefesselt und viel Spaß gemacht. Man sollte allerdings schon ein wenig Zeit mitbringen, denn obwohl das Spiel an einem Tag locker durchzuspielen ist, macht ja die Erkundung der gesamten Welt erst den größten Reiz aus.
Insgesamt: 9/10

Fazit: Das Spiel ist wirklich großartig und man merkt, dass zwei der South Park-Macher daran beteiligt waren. Man muss allerdings den kruden Humor mögen, den diese verdrehte Kleinstadt ja erst so besonders macht. Die Gags zünden alle gut und wer die aktuelle South Park-Staffel kennt, dürfte an dem Game besonders viel Freude haben. Ich für meinen Teil werde das Game definitiv noch öfters spielen, denn es gilt ja noch sämtliche Achievements abzugeiern 😉 Jedes davon ist ja schon eine epische Quest für die Lachmuskeln an sich!

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