Gate würde ich persönlich jetzt nicht als Blockbuster bezeichnen, dennoch umschwärmte die Serie ein gewisser Hype, den ich noch nicht so ganz nachvollziehen konnte. Vielleicht ändert sich das nun bei genauerer Betrachtung. Dementsprechend waren die Erwartungen der Fans hierzulande an die Serie auch recht hoch. Mit erscheinen des ersten Volumes musste Anime House viel Kritik in Bezug auf die Synchronisation einstecken. Ob das nun wirklich gerechtfertigt ist oder nicht, werde ich nun genauer unter die Lupe nehmen.

Aber nun erst einmal ein paar Eckdaten zur Veröffentlichung:

Name: Gate
Original: GATE 自衛隊 彼の地にて, 斯く戦えり
Regie: Takahiko Kyogoku
Animationsstudio: A-1 Pictures
Genre: Action, Abenteuer, Fantasy
Episoden: 3 (von 24, wird auf 8 Volumes aufgeteilt)
BD-Typ: BD-25, Spieldauer der Disk 80 Minuten (auch als DVD erhältlich)
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
Ausstattung: Deutsche Synchro, sowie Japanisch mit deutschen Untertiteln
Preis: ~ 25,99 €
Lizenzinhaber: Anime House
Shop des Publishers: Handel mit DVDs
Bonusinhalt: Postkarten, Booklet

Inhalt

In GATE öffnet sich urplötzlich ein ebensolches, mitten im Shopping-Viertel von Tokyo.
Heraus stürmt eine Armee wie frisch aus der Schlacht um Helms Klamm – Orks, Monster, Schwertkämpfer und Bogenschützen greifen die Passanten an, bevor diese noch so richtig erfasst haben, dass hier kein Film gedreht wird. Es gelingt schließlich, die Angreifer zurück zu schlagen. Und um herauszufinden, wer und was hinter dem merkwürdigen Angriff steckt (und dem Verantwortlichen die offiziellen Reparationsforderungen der japanischen Regierung zu überbringen) schickt die japanische Armee nun ihrerseits eine Panzerdivision durch das Tor, deren Mitglieder sich nicht nur durch ihre militärischen Fähigkeiten auszeichnen, sondern auch dadurch, dass z.B.zwei von ihnen ausgesprochene Otaku sind …

 

VERPACKUNG

Gate erscheint wie für Anime House üblich als Amaray mit Wendecover. Das Design ist schlicht, aber passend gewählt und wirkt zumindest auf mich äußerst ansprechend. Die Rückseite ist wie üblich etwas überladen und im Anime House typischen Styling gestaltet worden.

Auf der Rückseite finden sich Hintergrundinformationen zur Disk und eine kurze Serienbeschreibung. Im Innenteil finden wir das Booklet und natürlich das Wendecover.

Auf der Disk ist Pina Co Lada abgebildet. Warum auch immer die Arme so benannt wurde. Irgendwie lustig ist es allerdings schon. Auch hier handelt es sich um ein anderes Motiv.

Wer sich am FSK-Logo stört, so wie ich, kann sich dessen dank des Wendecovers entledigen.

Alle Printmedien sind sauber und klar gedruckt und sehen hochwertig aus.

BILD

Gate zeichnet sich durch klare, satte Farben, einem scharfem Bild und flüssigen Animationen aus. Geringfügig war leichtes Banding in den dunkleren Szenen auszumachen. Dies störte jedoch kaum und fiel zumindest mir erst beim zweiten Blick auf.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

TON

Der Ton kommt im glasklaren DTS-HD Master 2.0 daher und macht in beiden Sprachfassungen eine gute Figur. Lediglich, dass die normale Sprachausgabe etwas leiser als die japanische Tonspur ist, stört ein wenig. Die Lautstärke an sich ist aber in Ordnung. Ansonsten ist die Mischung super und hört sich auf dem heimischen Surround-System toll an.

UNTERTITEL

Bei den Untertiteln hat sich einiges getan. Die Zeitsetzung ist etwas besser also üblich. Die Subs blinken zwar immer noch auf, aber lange nicht so schlimm wie bei anderen Serien. Die Aufteilung der Zeilenumbrüche ist gelungen.

Herausstechen tut vor allem die Schriftart. Für einen Publisher erstaunlich verspielt und sogar mit ausreichend Dicke und Umrandung bzw. Schatten versehen. Hier können sich die Geschmäcker jetzt natürlich wieder streiten. Aber ich für meinen Teil bin damit ganz zufrieden und begrüße einen doch gewagteren Schritt von Anime House.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

Die Zeitsetzung der Untertitel ist dem von Kazé sehr ähnlich. Die Zeilen wurden überwiegend gelinkt, aber gerade in den Szenentimings sind die Untertitel oft viel zu lange eingeblendet. Ansonsten muss man sich einfach ans Auf- und Abblinken der Untertitel gewöhnen. Insgesamt, zu dem was man sonst gewöhnt ist, ist das Untertiteltiming wirklich gut geraten.

Wie schon in den vergangenen Veröffentlichungen von Anime House hat auch Wish upon the Pleiades ein eigenes Karaoke-Styling und auch einen minimalistischen Effekt. Dieser ist allerdings nur als Extra auf der Disk vorhanden. Die Folge selbst ist das Opening nur mit der Übersetzung untertitelt und hat auch eine andere Schriftart spendiert bekommen als das Mainstyling.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

Bei den Schildern bin ich ein wenig irritiert. Zum Teil wurden die Schilder passend in Szene gesetzt. Sowohl was die Position als auch die Schriftart angeht. Wie in diesem Beispiel hier:

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

An anderen Stellen jedoch sind die Schilder zwar richtig positioniert, aber lediglich in Standardschrift gestylt. Bei diesem Beispiel wurde dann sogar noch die Farbe genutzt, allerdings ist die Umrandung und auch der Schatten viel zu dick geraten, weswegen der Episodentitel deplaziert wirkt. Was die falsche Schriftartwahl so bewirkt…

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

Darüber hinaus wurden die Einblendungen von Namen und Orten einfach überlagert… Mit eher mäßigen Ergebnis.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

Auch hier unterscheidet sich Skriptbuch der Untertitel stellenweise komplett von der Synchronfassung.

SYNCHRONISATION

Ich muss ja zugeben, ich hab mich ein wenig vor der Rezension drücken wollen und das aus dem einfachen Grund, ich mag Anime House als Publisher super gerne. Der Publisher lizenziert wenig, aber dafür mit viel Herzblut. Die beiden Hauptakteure sind die ehemaligen Redakteure der alten AnimaniA, als die AnimaniA noch gut war und hat mich damals in das Genre Anime erst richtig entführt bzw. dadurch wurde mir erst richtig bewusst, das Serien wie Lady Oscar Animes sind. Demzufolge wollte ich dann auch keinen Verriss über eine Synchronisation schreiben. Immerhin las man überall nur, wie schlecht die deutsche Fassung von Gate war. Klar, mir war bewusst, dass es ein gehypter Anime ist und da würden alle super kritisch schauen ob den auch ja alle Sprecher wie ihr japanisches Pendant klingen. Dass das nicht möglich ist, sollte wohl jedem mit etwas Verstand im Kopf klar sein.

Nun, ich hab mich endlich aufraffen können und einen intensiven Blick in die Synchronfasung geworfen.

Für die Synchronisation ist das Studio LAB SIX sound & media solutions zuständig und die Dialogregie führte Antonio F. Lopes und Timo R. Schouren ist für das Dialogbuch verantwortlich.

Kommen wir zum Cast, der der eigentliche Knackpunkt der Serie ist, 15 (!) wichtige Sprecher tauchen im Haupt- und Nebencast allein in der ersten Staffel auf. Was wiederum auch bedeutet, die Synchronisation ist demnach wirklich teuer bei so vielen Sprechern und demzufolge auch schwer zu besetzen.

Sprecher:
Youji Itami: Patrick Schröder
Tuka Luna Marceau: Nadine Ehrenreich
Lelei La Lelena: Ramona Bess
Rory Mercury: Kathrin Hildebrand
Pina Co Lada: Christiane Werk
Shino Kuribayashi: Barbara Ehrlich
Takeo Kurata: Sven-Marcel Voss

Ganz ehrlich, ich verstehe das ganze Gehate wieder nicht. Der Shitstorm, der über Anime House hereinbrach ist vollkommen unbegründet. Zugegeben, nicht alle Stimmen sind super passend besetzt und auch der eine oder die andere Sprecher/in klingt nicht ganz optimal, aber dafür einen derartigen Shitstorm loszutreten ist vollkommen daneben!

Der Hauptcast hat mir sogar sehr gut gefallen. Allen voran Patrick Schröder als Youji Itami. Er füllt die Rolle wirklich vortrefflich und mit viel Witz und Charme aus. Bei Ramona Bess als Lelei La Lelena kann ich mich nicht so recht entscheiden ob ich ihre Interpretation der Rolle nun gut finde oder nicht. Eigentlich hat sie sich nur ans Original gehalten. Aber dieses kindliche in der Stimme wirkt im deutschen leider oft nicht so wie es im Japanischen eben rüberkommt. Dadurch wirkt sie im Deutschen mitunter etwas schläfrig. Obwohl sie eigentlich nur versucht die Stimmlage der Originalsprecherin zu imitieren.

Im Nebencast gefiel mir vor allem Kathrin Hildebrand als Rory und ist seit ihrem Auftritt in der dritten Folge wohl meine neue Lieblingssynchronstimme im deutschsprachigen Raum. Die Szene, in der Rory das erste Mal auftritt, hab ich bestimmt fünf Mal gesehen und kann da nur sagen, dass Kathrin Hildebrand in der Szene einfach gezeigt hat, was sie drauf hat. Allein schon das fiese Lachen und auch der böse Unterton in der Stimme. Einfach super! Ich möchte sie wirklich noch öfter in Animerollen hören!

Christiane Werk als Pina Co Lada hat mir ebenfalls gut gefallen. Leider sind vor allem im Nebencast auch einige Sprecher nicht wirklich passend ausgewählt. Vielleicht fehlte da auch einfach ein wenig die Erfahrung seitens der Sprecher. Dafür haben wir hier viele neue Stimmen.

MENÜ

Das Menü ist schlicht und statisch. Gefällt mir persönlich aber gut.

Das Menü wurde zusätzlich dazu mit dem Opening als Hintergrundmusik unterlegt.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

EXTRAS

Als Extras liegen der Blu-ray zwei Postkaren bei. Darüber hinaus gibt es noch ein informatives Booklet. Für Cosplayer ist das Booklet wieder Gold wert.

Ein Bild davon könnt ihr euch weiter Oben anschauen.

Auf der Disk gibt es das Opening als Karaoke Version. Die Romaji wurden auf Silben getimed. Damit kann man, wenn man möchte auch mitsingen. Warum aber wieder eine Standardschrift verwendet wurde, verstehe ich nicht ganz.

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

Darüberhinaus gibt es zusätzlich noch ein Produktionstagebuch und ein Interview mit Patrick Schröder. Weitere Interviews gibt es übrigens noch auf Facebook.
Laufzeit Extras: 8 Minuten

FAZIT zu Gate

Ich sehe jetzt schon die Kommentare unter der Review, dass ich viel zu positiv die Synchronfassung bewertet habe, obwohl ich bemängelt habe, dass einige Nebenrollen unpassend besetzt sind. Die Synchronisation ist eben wirklich nicht schlecht! Sie ist aber auch lange nicht so gut wie Tari Tari oder Sekunden in Moll. Sie ist aber auch nicht so schlecht wie z.B. die Synchronisation von Black Cat. Ich kann sie guten Gewissens als gutes Mittelmaß deklarieren. Es sollte aber auch jedem klar sein, dass die Serie in der Synchronisation so auch schon sehr teuer gewesen sein muss. Ein hochkarätigerer Cast hätte zwangsläufig dazu geführt, dass die Volumes deutlich teurer hätten werden müssen und dann wäre sowieso noch weiter rumgeheult worden. Einen ausführlichen Bericht zum Thema Preise bei den hiesigen Anime-Veröffentlichungen könnt ihr übrigens hier nachlesen.

Fans der Gate Serie, die einen hohen Anspruch an Synchronisationen haben sollten vielleicht lieber die Finger davon lassen. Es sei denn, sie schauen eh lieber mit Untertiteln. Ich persönlich finde das Release durchaus gelungen und würde die Serie ohne zu zögern kaufen.

Es lohnt sich übrigens grundsätzlich Blu-rays und DVDs von Anime House direkt über deren eigenen Shop Handel mit DVDs zu beziehen. Die Bundels sind dort wesentlich günstiger und auch den Schuber gibt es nur dort.

Ein herzliches Dankeschön an Anime House für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und die freundliche Korrespondenz!

Testgeräte: Samsung UE50H5570; Samsung UE32J6250, Samsung BD-J4500/4500R, Sony PS4; Sony PS3; PC

© Takumi Yanai/ AlphaPolis/ GATE Project © 2017 Anime House

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