»The Anthem of the Heart« oder wie ichs ins deutsche Übersetzen würde »Hymne des Herzens« ist ein dramatisches und gefühlvolles Meisterwerk animiert von A-1 Pictures. Der Film gewann den Publikumspreis beim Peppermint anime Festival 2016 und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Selten schafft es eine zweistündige Geschichte soviel Reifungsprozess der Charaktere zu zeigen ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Die Geschichte rund um Jun und Worte berühren das Herz und werden sicherlich nicht nur mich zu Tränen rühren.

Aber nun erst einmal ein paar Eckdaten zur Veröffentlichung:

Name: The Anthem of the Heart
Original: 心が叫びたがってるんだ。
Regie: Tatsuyuk Nagai
Animationsstudio: A-1 Pictures
Genre: Drama
Episoden: Movie
BD-Typ: BD-50, Spieldauer der Disk 120 Minuten (auch als DVD erhältlich)
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren
Ausstattung: Deutsche Synchro, sowie Japanisch mit deutschen Untertiteln
Preis: ~ 18,99€
Lizenzinhaber: peppermint anime
Shop des Publishers: AkibaPass
Bonusinhalt: Clean End, Code zum Einlösen auf Akiba Pass

Inhalt

Jun Naruse erlitt als Kind ein schweres Trauma, nachdem sie mit unbedacht gewählten Worten das Glück ihrer Familie zerstörte… Zumindest redet Jun sich dies seither ein. Daraufhin erschien ihr eine magische Eierfee und versiegelte die Lippen des Mädchens, damit ihre Worte nie wieder Unglück auslösen können. So lebt das einst so aufgeweckte Mädchen nun zurückgezogen in seiner eigenen kleinen Welt. Von den Mitschülern ausgegrenzt, ihre Mutter langsam an den Rande der Geduld treibend, bedarf es eines kleinen Wunders für Jun, um den „Fluch“ zu brechen.

Dieses naht in Form von Takumi, welcher zusammen mit Daiki, Nitou und Jun beauftragt wird, an der Schule das Programm des Lokalaustauschs zu organisieren. Schnell stellt sich heraus, dass auch die anderen drei Schüler mit kleineren oder größeren emotionalen Problemen zu kämpfen haben. Gemeinsam beschließen sie an einem Musical zu arbeiten, welches nicht nur Jun bei der Bewältigung ihrer Emotionen helfen soll. Studio A-1 Pictures, die Macher von Anohana und Shigatsu Wa Kimi No Uso – Sekunden in Moll, liefern ein weiteres kleines Meisterwerk ab, welches die Herzen der Fans mit seiner emotionalen Geschichte und mitreißender Musik begeistert. Als Beleg dafür konnte sich The Anthem of the Heart bereits beim peppermint anime festival 2016 den Publikumspreis sichern.

VERPACKUNG

Genau wie bei Bakemonogatari finden wir hier eine Amaray mit Pappüberzieher vor. Das Cover der Papphülle ziert ein Artwork von Jun. Das FSK-Logo lässt sich problemlos entfernen. Das FSK-Logo auf der Amaray lässt sich durch das Wendecover austauschen. Das Cover der Amaray zeigt die vier Protagonisten im Querformat. Unüblich, aber durchaus schick.

Die Rückseite des Pappüberziehers weist die üblichen Spezifikationen zur Disk und Beschreibungen zum Inhalt der Blu-ray auf. Hier wurde das Design der Front übernommen. Auf die Disk wurde ebenfalls Jun gedruckt.

Alle Printmedien sind sauber und klar gedruckt und sehen hochwertig aus.

BILD

Am Bild gibt es nicht viel auszusetzen. Stellenweise ganz leichtes Banding, das aber kaum auffällt bzw. nur am PC und nicht am TV. Keine Artefakte, kein Rauschen. Bei einem Movie erwarte ich das aber auch. Immerhin werden diese mit einem ganz anderem Budget verwirklicht.

© Kokosake Project © 2016 peppermint anime gmbh

TON

Den Ton finden wir in einwandfrei abgemischten DTS HD Master 5.1 vor. Die deutsche und die japanische Tonspur sind nahezu gleich laut, wodurch selbst switchen zwischen den Tonspuren kein Stück stört. Hier gibt es nichts zu meckern!

UNTERTITEL

Die peppermint-üblichen Untertitel wirken auch hier leider wieder etwas unscharf.
Im Ending und bei den Schildern hingegen tritt das Problem nach wie vor nicht auf. Die Untertitel weisen ein paar Unterschiede zum Dub auf, was an sich nicht so stören würde, da der Sinn ja derselbe ist. Allerdings wirkt es bei den vorgelesenen Schildern bzw. Handyeinblendungen dann doch etwas seltsam, wenn es nicht übereinstimmt… Der eigentliche Sub ist wie üblich gesetzt und endet viel zu früh und ist nicht passend auf Szenenwechsel gesetzt.

© Kokosake Project © 2016 peppermint anime gmbh

Die Dialoge sind durchweg gut geschrieben und passen gut zur Serie und zum Setting.

Die Schildgestaltung ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Alle Schilder wurden übersetzt und passend ins Bild gesetzt. Nach der Schilderflut in Bakemonogatari sind die eher wenigen Schilder die sich leicht lesen lassen eine wahre Wohltat.

© Kokosake Project © 2016 peppermint anime gmbh

SYNCHRONISATION

Die Synchronisation wurde in den Berliner Oxygen Sound Studios unter der Leitung von René Dawn-Claude aufgenommen. In meinen Augen ist diese wirklich gelungen. Die Sprecher wurden im Hauptcast und auch im Nebencast passend besetzt. Das Einzige was am Anfang etwas befremdlich wirkt ist der deutsche Gesang an einigen Stellen. Schlecht ist es nicht, aber schon etwas ungewöhnlich. Zum besseren Verständnis ist natürlich ein deutscher Gesang von Vorteil, aber ich bin schon froh, das die wichtigen Szenen im O-Ton gesungen werden.

Sprecher:
Jun: Sarah Tkotsch
Takumi: Max Felder
Natsuki: Leoni Oeffinger
Daiki: Nick Forsberg

Fangen wir mal untypisch mit dem Nebencast an. Hier finden wir einige doch sehr bekannte Sprecher aus dem deutschen Sprachraum wieder. Zum einen hören wir Ricardo Richter (Haruka aus Free, Emiya aus Fate) als Itsuki, René Dawn-Claude (Gilgamesh aus Fate, Jean aus AoT) als Motoki und Tommy Morgenstern (Son-Goku aus DBZ, Daryl in The Walking Dead!!) als Egg.

Allein bei den Namen im Nebencast kann man schon ableiten, dass René Dawn-Claude sich alle Mühe gegeben hat, die richtigen Stimmen auszuwählen. Und er hat hier einfach wie üblich das richtige Händchen bewiesen. Den vor allem der eher etwas unbekannte Hauptcast weiß vollends zu überzeugen.

Auch wenn Jun am Anfang noch nicht viel spricht schafft es Sarah Tkotsch dem schüchternen Mädchen das quasi wie ein Phönix aus der Asche emporsteigt eindrucksvoll zu intrepretieren. Ihre Stimme passt wirklich perfekt zu dem Mädchen. Auch die vielen Stimmungen die Jun im Laufe des Filmes ausdrückt werden zu jeder Zeit passend und glaubwürdig in Szene gesetzt.

Max Felder spricht Takumi. Obwohl die meisten ihn als Eren aus AoT kennen sollten, erkennt man ihn hier nicht gleich auf Anhieb wieder. Was auch gut so ist, denn beide Charaktere sind doch sehr unterschiedlich. Das Max Felder hier nicht direkt wieder erkannt wird spricht für seine Leistung. Auch hier kann ich nur ein Loblied auf die Leistung des Sprechers singen. Lediglich die selbst gesungenen Lieder gefielen mir nicht so ganz. Aber das ist wohl Ansichtssache.



Nicht zu vergessen sind dann auch noch Leoni Oeffinger als Natsuki und Nick Forsberg als Daiki die ebenfalls einen sehr guten Job gemacht haben. Insgesamt wirkt das vierer Hauptgespann in sich stimmig und passend.

Einen kurzen Eindruck könnt ihr euch über die hier verlinkte zwanzigminütige Preview machen. Alle wichtigen Sprecher hört ihr hier ebenfalls und könnt euch eure eigene Meinung zum Cast bilden.

MENÜ

Das Menü zeigt ein statisches Bild in dem fallende animierte Kirschblüten zu sehen sind. Das Bild ist das gleiche welches auf der Amaray verwendet wurde. Im Hintergrund läuft Juns Lied aus dem Musical, welches man auch einfach in Dauerschleife hören möchte…

© Kokosake Project © 2016 peppermint anime gmbh

EXTRAS

Als Extra gibt es das Creditless Ending und den üblichen AkibaPass Code für den Film als OmU

Laufzeit Extras: 3 Minuten

FAZIT zu The Anthem of the Heart

Ohne die Lizenzierung wäre der Film wohl gänzlich an mir vorbeigegangen. Ich muss gestehen, ich bin nicht so der Filmegucker. Mir fehlt bei Filmen oft einfach die Tiefe und meistens ist das Ende auch noch so unbefriedigend, dass ich nach dem Film einfach oft frustriert bin. Es gibt wenige Anime-Filme die ich wirklich gut finde. Dazu zählt der zweite Evangelion Film, Prinzessin Mononoke und die letzten Glühwürmchen. Alle drei genießen bei mir eine glatte Zehn im Rating. Doch nun gesellt sich auch »The Anthem of the Heart« dazu.

Die Geschichte ist rund, nicht zu aufgesetzt und auch nicht allzu schnell gelöst. Klar, in zwei Stunden kann man nicht einen so spannenden Handlungsbogen aufbauen, wie vielleicht mit einer zwölfteiligen Animeserie, aber meiner Meinung nach reichen diese zwei Stunden um den Film glaubhaft in Szene zu setzen. Mir hat er auf jeden fall richtig gut gefallen, positiv dazu hat sicherlich auch der großartige Soundtrack beigetragen, der den Anime passend abrundet. Besonders gefallen haben mir hier »Hikari no Nai Heya«und »Watashi no Koe« gefallen.

Bei »Watashi no Koe« handelt es sich um das Stück was Jun am Ende singt und welches einen im Zusammenspiel mit den Bildern ihrer Mutter wirklich zu Tränen rührt. Wenn das nicht eh schon der ganze Film geschafft hätte. Der Film ist eine Hommage ans Leben und das man sich eben nicht einfach Unterkriegen lassen soll. Schön finde ich auch, dass die Klasse von Jun, ja, ach was will ich hier noch weiter spoilern, schaut es euch lieber selbst an.

Mit dem Ende werden vermutlich die meisten nicht ganz Zufrieden sein, aber hey, so ist das Leben und ich finde es sogar gut so. Ein sehr passendes Ende auch wenn es nicht das Happy End aus dem Märchen ist. Ich hab den Film direkt an meine Freundin weitergereicht, wie es sich mit guten Filmen gehört und werde ihn sicherlich noch vielen weiteren empfehlen. Vielleicht schau ich ihn gleich morgen direkt noch mal. Das passiert mir auch nicht oft. Ich konnte mindestens die Hälfte des Films auch nicht den Kopf vom TV abwenden, so sehr hat mich die Geschichte rund um Jun in ihren Bann gezogen.
Der Soundtrack hat in jedem Fall bereits drei Lieder zu meiner Playlist beigesteuert. Schade das dieser nicht käuflich über den AkibaPass Store erhältlich ist…

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass Peppermint hier wieder eine vorbildlich gelungene Lokalisation abgeliefert hat. Sehr gerne viel mehr davon! Eine klare Kaufempfehlung meinerseits.

Ein herzliches Dankeschön an peppermint anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die freundliche Korrespondenz!

Testgeräte: Samsung UE50H5570; Samsung UE32J6250, Samsung BD-J4500/4500R, Sony PS4; Sony PS3; PC

© Kokosake Project © 2016 peppermint anime gmbh

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