Miss Hokusai gehört zu einem der Filme des letzten Jahres die man gesehen haben sollte. Nicht zu Unrecht nimmt der Film nun auch an der Oscarverleihung diesen Jahres teil und hat nicht allzu schlechte Chancen zu gewinnen. Regisseur Keiichi Hara hatte mit Colorful bereits bewiesen das er sein Handwerk durchaus zu verstehen weiß. Leider ist dieser großartige Film bis heute hierzulande nicht lizenziert. Nun aber zurück zu Miss Hokusai. Der Film basiert auf Hinako Sugiuras Manga „Sarasuberi“aus den 80er-Jahren, der ohne größeren Zusammenhang amüsante oder interessante Episoden aus ihrem Leben erzählt und eben genauso fühlt sich auch der Film an.

Aber nun erst einmal ein paar Eckdaten zur Veröffentlichung:

Name: Miss Hokusai
Original: 百日紅~Miss HOKUSAI~
Regie: Keiichi Hara
Animationsstudio: Production I.G.
Genre: Historie, Alltag, Kunst
Episoden: 1
BD-Typ: BD-25, Spieldauer der Disk 93 Minuten (auch als DVD und CE in Holzschuber erhältlich)
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren
Ausstattung: Deutsche Synchro, sowie Japanisch mit deutschen Untertiteln
Preis: ~ 20,99 €
Lizenzinhaber: Kazé
Shop des Publishers: Shop
Bonusinhalt: Poster (CE:Extras der Collector Edition: hochwertige Holzbox, DVD und Blu-ray mit Film, 88-seitiges Booklet, 5-teiliges Postkarten-Set, Bonus DVD mit: Making-of (120 Min.), Interview mit Regisseur Keiichi Hara (15 Min.), Hokusai X Manga (20 Min.)

Inhalt

Große Kunst im alten Japan

Katsushika Hokusai ist einer der bedeutendsten Künstler Japans. Seine Holzschnitte sind in der ganzen Welt berühmt und beeinflussten europäische Meister wie van Gogh und Monet. Was jedoch kaum bekannt ist: Hokusai schuf seine Werke gemeinsam mit seiner Tochter …

Edo im Jahre 1814: Lange bevor er unter seinem Pseudonym Hokusai in die Kunstgeschichte einging, lebt der etablierte Künstler Tetsuzo in dem Großstadtchaos des späteren Tokyos und empfängt Klienten aus dem ganzen Land. Mal pinselt er einen riesigen Dharma auf einen 180 Quadratmeter großen Papierbogen, mal zwei Spatzen auf ein winziges Reiskorn. Tetsuzos dritte Tochter O-Ei steht ihrem Vater dabei weder an Temperament noch an Talent nach. Ihr ganzes Leben lang assistiert sie ihm in dessen Studio, und oft ist sie es, die die Bilder an seiner Stelle malt – ohne dabei jemals genannt zu werden.

Regisseur Keiichi Hara (Summer Days with Coo) holt die lange vergessene O-Ei aus dem übergroßen Schatten ihres berühmten Vaters heraus. Miss Hokusai zeichnet nicht nur das ergreifende Portrait einer ganz besonderen Künstlerfamilie, sondern entführt die Zuschauer auch auf eine faszinierende Reise in das Tokyo vor 200 Jahren. Damals verwandelten Arbeiter und Samurai, Geschäftsleute und Adlige, Künstler und Kurtisanen die Stadt in eine der blühendsten Metropolen ihrer Zeit.

Nachdem Keiichi Hara bereits mit seinem letzten Film Colorful auf dem Annecy International Animated Film Festival 2011 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, konnte Miss Hokusai 2015 sogar den Jury-Preis mit nach Hause nehmen, und zwar „für die großartige Hymne auf eine unabhängige Frau und die Kraft der Kunst und Kreativität“.

VERPACKUNG

Die Standardversion von Miss Hokusai kommt als schlichte Amaray in den Händel. Wie fast schon üblich umfasst die Amaray ein Wendecover, um sich des lästigen FSK-Logos zu entledigen.

Öffnen wir die Amaray finden wir das Wendecover und die eigentliche Disk sowie ein Poster.

Das Design ist ansprechend gewählt und passt zur Serie.

Die Holzbox sieht natürlich viel viel besser aus, die liegt mir allerdings nicht vor. KamiKarin wollte euch aber noch ein paar Bilder zur Verfügung stellen. Hier noch mal das Unboxing Video von Kazé direkt.

Alle Printmedien sind sauber und klar gedruckt und sehen hochwertig aus.

BILD

Am Bild habe ich absolut rein gar nichts auszusetzen. Das Bild weißt satte Farben und gestochen scharfes Bild auf. Die Animationen sind flüssig und artefaktfrei. Kein Banding, zumindest ist mir keines aufgefallen. So muss das sein.

© 2014-2015 Hinako Sugiura MS.HS / Sarusuberi Film Partners All Rights Reserved © 2016 VIZ MEDIA Switzerland SA

TON

Den Ton finden wir in einwandfrei abgemischten DTS-HD 5.1 vor. Einen Wehrmutstropfen gibt es dann doch, denn leider ist deutsche Tonspur arg leise geraten. Ihr solltet euren Fernseher nach dem schauen des Filmes auf jeden Fall erst einmal wieder etwas leiser drehen…

UNTERTITEL

Die Untertitel bewegen sich auf dem für den Publisher üblichen Niveau. Die Zeitsetzung an sich ist Kazé-typisch gut gesetzt mit einer Ausnahme, die Untertitel sind wie üblich nicht gelinkt und feiern stellenweise Blinkpartys.

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Die Dialoge sind gut geschrieben und passen zu den jeweiligen Charakteren und wirken auch nicht aufgesetzt.

Die Schilder wurden ins Bild geschrieben. Wie es scheint, gab es ein Schriftfreies Master. So fällt eine unpassende Gestaltung weg. Die Schriftart unterscheidet sich darüber hinaus auch von der Mainfont.

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SYNCHRONISATION

Die Synchronisation das Herzstück der deutschen Lokalisierung hat mir hier wiedereinmal wirklich sehr gut gefallen. Die Sprecher wurden durch die Bank weg super gewählt und allen voran Mia Diekow als O-Ei leistet eine herausragende Leistung. Sie schafft es ihrer Figur Leben einzuhauchen und untermalt die jeweiligen Szenen atmosphärisch.

Darüber hinaus begegnen wir mit Konrad Bösherz und Jan Makino den üblichen Verdächtigen die wie immer eine solide Leistung darbringen. Allerdings könnte man für Konrad Bösherz langsam eine alternative finden. Gefühlt spricht er in jedem Anime mit den ich mir auf deutsch anschaue…

Gefallen haben mir ebenfalls Jürgen Kluckert als Hokusai, der dem alten Mann die passende Stimme lieh und auch seine verdrehte Art gekonnt in Szene setzte. O-Eis Mutter Koto wurde gesprochen von Arianne Borbach und machte ebenfalls einen guten Job. Bekannt dürfte sie dem einen oder anderen als „Fee“ aus Planetes sein

Sprecher:
O-Ei: Mia Diekow
Hokusai: Jürgen Kluckert
Zenjiro: Jan Makino
Koto: Arianne Borbach
O-Nao: Hannah Kunze

MENÜ

Das Menü beginnt mit einer kurzen Teaservideo und mündet dann in diesem statischen Bild. Im Hintergrund läuft ein episches Instrumentalstück. Die Welle darf da natürlich auch nicht fehlen.

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EXTRAS

Als Extras liegen der Standardediton ein Poster und das Wendecover bei.

Laufzeit Extras: –

FAZIT zu Miss Hokusai

Alles in allem kann ich zu diesem Film nur sagen, dass man sich ihn angeschaut haben muss, um sich eine umfassende Meinung bilden zu können. Ich war nach dem ersten Mal nicht ganz so geflashed wie es zum Beispiel Kami war, dennoch, mit schreiben dieser Review und dem erneuten schauen des Filmes, lernte ich viele neue schöne Details kennen die mich diesen Film mehr lieben ließen. Bei Miss Hokusai handelt sich um die Geschichte einer jungen Frau die Bilder im Studio ihres Vaters malt. Das sie hierbei im Schatten ihres Vaters steht und er den gesamten „Ruhm“ einheimst, ist eher Nebensache und scheint sie auch nicht wirklich zu stören. Im Vordergrund steht eigentlich viel mehr der Alltag von O-Ei und ihrer Familie. Es ist eine bunte Ansammlung von kurzen Geschichten aus dem Leben im alten Edo. Hinzukommt noch die Spukgeschichten die wahrwerden und in diese Zeit einfach reingehören. Für diejenigen die mit Japan nicht so sehr vertraut sind, wird das allerdings etwas seltsam und unpassend wirken. Hier haben wir dann auch schon einen Kritikpunkt des Films. Dennoch ist er mehr als sehenswert und steckt einfach nur voller Leben und Liebe zum Detail die man in den vielen wunderschön gestalteten Hintergründen sieht. Richtig gut gefallen hat mir übrigens das Charakterdesign der Figuren. Allein O-Eis Schmolllippe ist genial. Das Design ist an sich nicht super ungewöhnlich, hebt sich durch kleine Details aber von der breiten Masse ab.

Der Soundtrack des Films lässt sich schwer beschreiben. Zum einen haben wir die passend zur Zeit eingefügten Instrumentalstücke die sehr zur Atmosphäre des Films beitragen. Wie es z.B. im oben verlinkten Trailer zu hören ist. Auf der anderen Seite haben wir dann aber fetzige neumodische eher elektronische Stücke die dem Film etwas modernes geben. Das Ending, Saihate ga Mitai (最果てが見たい), ist auch alles andere als Konventionell und wird von Ringo Shiina gesungen. Die eine wirklich außergewöhnliche Stimme hat, an der sich wieder die Geister scheiden werden. Das Lied bekommt ihr in der zweiten Hälfte des Trailers kurz angespielt. Ansonsten hier noch mal in der Live-Version:

Ich bin der Stimme restlos verfallen. Eindrucksvoll und außergewöhnlich. In dem Sinne auch passend zu Miss Hokusai irgendwie.

Die deutsche Lokalisierung ist in jeden Fall mehr als gelungen und lässt in meinen Augen keine Wünsche offen. Einwandfreies Bild, eine sehr gute und passende deutsche Synchronisation. Was wünscht man sich also mehr?

Ein Bild aus dem Manga, auf dem der Film lose basiert, zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen den Werken und den beinahe 1 zu 1 übernommenen Szenen.

© Jitsugyô no Nihon Sha

Ein herzliches Dankeschön an Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und die freundliche Korrespondenz!

Testgeräte: Samsung UE50H5570; Samsung UE32J6250, Samsung BD-J4500/4500R, Sony PS4; Sony PS3; PC

© 2014-2015 Hinako Sugiura MS.HS / Sarusuberi Film Partners All Rights Reserved © 2016 VIZ MEDIA Switzerland SA

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