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Als KSM vergangenes Jahr die Lizenzierung der beiden Hakuouki Kinofilme bekannt gab, war ich freudig überrascht. Ich hielt Hakuouki für einen jener Titel, die es niemals nach Deutschland schaffen würden.
Und dazu gibt es Gründe im Überfluss: Hakuouki umfasst 3 TV-Staffeln, 1 Chibi-Spinoff, eine 6-teilige OVA-Reihe und 2 Kinofilme. Das sind massig Episoden und massig Episoden verkaufen sich oft in DACH eher minderprächtig. KSM beschränkte sich zunächst einmal auf die beiden Kinofilme, die an für sich nur Recaps der ersten beiden TV-Staffeln sind.
Tatsächlich basiert der Anime aber auf einer Visual Novel-Reihe. Eine Games-Verfilmung… Oha, das geht selten gut. Im Falle von Hakuouki steht die Sachlage aber etwas anders. Mir persönlich hat Hakuouki immer gefallen und wird es wohl auch in Zukunft tun.
KSM präsentiert die beiden Filme als Standard-Edition auf Blu-Ray und DVD und als eine Limited Edition, die Blu-Ray und DVD beinhaltet.

Name: Hakuoki – The Movie 1: Demon of the Fleeting Blossom – Wild Dance of Kyoto
Original: 劇場版 薄桜鬼 第一章 京都乱舞 (Gekijouban Hakuouki Kyoto Ranbu)
Regie: Yamasaki Osamu
Animationsstudio: Studio Deen
Genre: Action, Drama, Harem, Romance, Historisch, Fantasy
Laufzeit: ca. 188 min auf 2 Disks
Ausstattung: Deutsche und japanische Synchro, deutsche Untertitel
Preis: 34,99 € (Limited Edition, limitiert auf 2.000 Stück), 22,99 € (Blu-Ray), 21,99 € (DVD)
Veröffentlichung: 20.06.2016
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren
Lizenzinhaber: KSM
Verpackung: Mediabook (Limited Edition), Amaray (Standard Edition)
Bonusinhalt: Bildergalerie, Booklet, Postkarte

Kurze Zusammenfassung:

Chizuru Yukimura, ein Mädchen aus Edo, macht sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater, einem angesehenen Arzt, und taucht dabei in eine rätselhafte Welt von Samurai-Kriegern und Dämonen ein. Auf den Straßen verbergen sich seltsame Dinge, von denen Chizuru bisher nichts wusste. Während ihrer Suche wird das Mädchen von den Shinsengumi, einer Gruppe mysteriöser junger Männer, die vom Verschwinden ihres Vaters wissen, aufgenommen und beschützt. Im Laufe der Zeit erlangt Chizuru nicht nur Erkenntnisse über ihren Vater und seine Verwicklung in übernatürliche Forschungen, sie entdeckt auch, dass sie selbst keineswegs ein normales Mädchen ist.

Quelle: KSM

NOSTALGIE-FAKTOR

Ich mag Hakuouki sehr gern. Eigentlich darf man das ja fast nicht sagen, aber Paya und ich haben damals die komplette Serie mit allem Drum und Dran gesubbt. :V Nur die Filme und das Chibi-Spinoff hatten wir nicht gemacht. Es war eine richtig geile Zeit und hat unfassbar viel Spaß gemacht. Es ist schade, dass die Spiele hier nicht alle verfügbar sind und dann auch nur für PlayStation 3 und so eine hab ich nicht.
Es würde mich sehr freuen, wenn KSM auch die TV-Serie und Co. lizenzieren würde, aber ich bezweifle, dass es hierzulande genügend Hakuouki-Fans gibt, die auch tatsächlich Geld investieren möchten.Es ist außerdem schön zu sehen, wie man für die Kinofilme alles noch einmal neu gezeichnet und animiert hat. Man erkennt zwar viele Szenen wieder, aber man sieht eben auch die feinen Unterschiede, sodass der Film ein gelungener Recap ist.

INHALTLICHE BEWERTUNG (7/10)

Achtung! Spoiler-Gefahr!
Der erste Film umfasst die Handlung der 1. TV-Staffel. In der ersten Staffel befindet sich die Shinsengumi noch in Kyoto. Während Chizuru erfolglos ihren Vater sucht und als Mann getarnt bei der Shinsengumi unterkommt, stößt sie auf die grausigen Forschungen ihres Vaters und die Experimentergebnisse, die er infolgedessen durchgeführt hat.
Chizuru erfährt, dass sie ein Dämon ist und dass die Shinsengumi mit dem Elixir ihres Vaters Männer in Halbdämonen verwandelt. Die Shinsengumi nähert sich gegen Ende der Staffel schon stetig ihrem Untergang.
Von Romantik war bereits in der TV-Fassung hier nicht viel zu spüren. Es gab mal hier und da einen schönen Moment, aber keine richtige Entwicklung. Die erste Staffel ist allein gesehen daher eher schwach, weil sie dem Zuschauer alle Optionen offen lässt. Das ist typisch für Visual Novel Verfilmungen. Jeder Spieler unterstützt schließlich einen anderen Charakter und daher will man sich als Produzent nicht festlegen. In Staffel 2 ändert man das aber und legt sich schließlich auf Hijikata fest. Das macht die Serie wieder überzeugend.
Der Harem-Faktor kommt im 1. Film gnädigerweise nicht so stark rüber, denn der ist es auch, der die 1. Staffel etwas überschattet hat. Die wichtigsten Story-Elemente sind enthalten, dafür fehlt es hier und da eben an den Vorstellungen der Charaktere und man versteht nicht so recht, warum Chizuru so an der Shinsengumi hängt, wenn man die TV-Serie nicht kennt.

VERPACKUNG (8/10)

hakuouki_movie1_01Die Limited Special Edition von Hakuouki erscheint in einem Mediabook. KSM bringt in letzter Zeit all ihre Filme als Limited Edition im Mediabook. An für sich ist das aber ne schicke Sache!

Auf dem Cover sehen wir Hijikata, Harada, Todo, Okita, Kazama und Saito (vom FSK-Logo überdeckt). Bis auf Kazama gehören alle der Shinsengumi an und tragen auch ihre Uniform.
Das FSK-Logo ist nur aufgeklebt und lässt sich leicht und rückstandslos ablösen.
Das Mediabook besitzt ein Hardcover aus dicker Pappe, die kaum nachgibt. Ein sehr stabiles Teil ist das.

hakuouki_movie1_02Im Innenteil finden wir die beiden Disks (Blu-Ray & DVD), eine Postkarte und ein integriertes Booklet. Ach, und Werbung nicht vergessen.
Die beiden Disks sind identisch gestalten. Lediglich die Blu-Ray besitzt einen blauen Rand.
Die Innenverkleidung des Mediabooks ist mit einem hübschen Muster verziert, der ein wenig an Kimono-Stoff erinnert.
Das Booklet kann man nicht ohne Weiteres der Verpackung entnehmen. Auf der Vorderseite sehen wir ein Artwork mit den wichtigsten Charakteren des Films. Das gleiche Motiv finden wir übrigens auf der Hochglanz-Postkarte wieder.
hakuouki_movie1_03Im Booklet selbst findet man Informationen zu den wichtigsten Charakteren und Handlungsabschnitten. Wer also was nicht so recht im Film verstanden hat, kann hier noch mal nachlesen. Find ich gar nicht so unsinnig, da der Film schließlich schon stark gerafft ist.

hakuouki_movie1_04Die Limited Special Edition ist natürlich durchnummeriert. Die Nummer findet man auf der Rückseite des Mediabooks und ist damit auch schon im Laden erkennbar. Ich hab die Nummer 1850. 1864 hätte ich cooler gefunden. Warum? Im Jahr 1864 fand der Ikedaya-Vorfall ab, der auch im Film dargestellt wurde. 😉

Sämtliche Printmedien sind sauber und fehlerfrei gedruckt.

BILD (8/10)

Die Blu-Ray sah auf dem Fernseher bis auf ein minimales Banding gut aus. Aber das Banding war schon so gering, da musste ich näher an den Bildschirm ran… Die Konturen sind scharf und die Farben sehen gut aus.
Am PC habe ich dann noch die DVD getestet, die sah dagegen nicht so toll aus: Banding, Grain und nicht so geile Konturen mehr. Auf dem Fernseher sah sie wieder gut aus, sodass ich Hakuouki nur für den Genuss am Fernseher empfehlen kann.

Technische Daten: 1920x1080p, 16:9

TON (5/5)

Klarer und gut abgemischter Ton, der zum Fernsehgenuss führt.

Technische Daten: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 5.1)

UNTERTITEL (6/10)

Die Untertitel sind in schwarz/weiß gehalten. Die Schriftart auf der Blu-Ray schaut gut aus.
Das Timing der Untertitel überzeugt leider nur wenig. Line-Linking wird nie beachtet.
Die Übersetzung, wie man sie in den Untertiteln sieht, ist um einiges ausdrucksschwächer als das Gesprochene. Stellenweise wirkt das doch sehr hölzern. Die Jahresdaten werden ausschließlich im japanischen Ära-System angegeben, das ist für deutsche Zuschauer wenig nachvollziehbar, sodass man die Geschehnisse nur schwerlich zeitlich einordnen kann.

SYNCHRONISATION (8/10)

Ganz ehrlich? Ich hatte vorab Angst vor der deutschen Synchronisation. Im japanischen Original ist Hakuouki brillant besetzt. Kann da eine deutsche Fassung überhaupt ranreichen?
Da es hier so Unmengen an Charakteren gibt, möchte ich mich eigentlich auf die wichtigstens beschränken.
Franciska Friede lieh Chizuru ihre Stimme und passt sogar ziemlich gut. Sie dürfte außerdem noch für Lala aus Love Trouble bekannt sein. Chizurus Naivität und Gerechtigkeitssinn kommen gut durch. Hier und da wirkte sie etwas eintönig, aber das war sogar das japanische Original streckenweise. Kein Wunder, Chizuru durchläuft im 1. Film auch nahezu keine Charakterentwicklung…
Jacob Weigert spricht Hijikata, den wohl männlichen Hauptcharakter schlechthin. Er ist im Übrigen auch die neue Stimme von Shikamaru aus Naruto Shippuuden. Im Japanischen ist Hijikata mit meinem männlichen Lieblingssynchronsprecher Miki Shin’ichirou besetzt. Weigert schlägt sich in der Rolle gut, auch wenn mir Hijikata oft nicht ruppig genug rüberkommt. Miki macht hier einfach den besseren Job! :/
Jesse Grimm spricht Okita und Mann war ich positiv überrascht, als ich Okita ganz am Anfang das erste Mal hörte! Seine Stimme lieh er schon Harry McKenzie aus School Rumble, Sasori aus Naruto Shippuuden oder Gowther aus Seven Deadly Sins. Grimm spricht Okita wirklich große Klasse! Ich bin ganz begeistert! Und dabei mag ich Okita nicht mal. xD
Tobias Diakow hat Saito seine Stimme geliehen und überzeugte in der Vergangenheit schon Yukio aus Blue Exorcist oder Yukine aus Noragami. Als Saito bringt er seine ruhige und zusehends emotionslose Art gut rüber. In so einer Rolle fällt man als Sprecher nicht unbedingt auf, weil man vielleicht oft nur wenige Emotionen zeigen kann, aber wenn Saito mal seine netten Momente hat, konnte Diakow auch das gut zeigen.
Zum Schluss noch Todo, der von Tim Kreuer gesprochen wurde. Bekannt als Imadori aus School Rumble und Rock Lee aus Naruto. Todo ist im japanischen Original etwas quirliger und lebhafter. Er ist ja unter den Shinsengumi-Hauptmännern nun mal der unangefochtene Sonnenschein. Die meisten Comedy-Elemente gehen von ihm aus. In den ernsten Momenten fand ich Kreuer gut, doch sonst fehlte noch die Leichtigkeit.
Ich könnte noch über dutzende Charaktere sprechen… Es gab dazwischen auch ein paar Stimmen, die ich nicht ganz so passend fand, aber bei Nebencharakteren mit 3 Sätzen kann ich das verkraften. Es ist auch nicht so einfach sich auf einen Charakter mit wenig Szenen und wenig Text einzustellen. Diese Figuren werden aber im 2. Film wichtiger und dann werde ich auch definitiv darauf stärker eingehen.
Unterm Strich schwankt die deutsche Synchronisation zwischen sehr gut und befriedigend. Wenn das Wort „Bakufu“ ausgesprochen wurde, klang es manchmal wie „Backwerk“. xD Das sollte man vielleicht zum zweiten Film noch einstellen. Oder war das Schleichwerbung? o.O

MENÜS (8/10)

Ein hübsches Menü, das übersichtlich ist. Ohne viel Schnickschnack, aber mit Stil. Ein wenig größere Schrift wäre noch besser gewesen. Vom Sofa aus musste ich mir beim Lesen schon anstrengen.

EXTRAS (5/10)

Die fünf Punkte gibt es für das ausführliche und hübsche Booklet und die Postkarte, die auch hochwertig gedruck ist. Auf der Disk selbst findet man nur den jap. Trailer zum Film und Trailer von anderen Serien aus dem KSM-Portfolio. Das sind keine Extras, das ist schlicht und ergreifend Werbung.

Laufzeit: ca. 0 Minuten

FAZIT

In meinen Augen hat KSM mit dem 1. Hakuouki-Film einen guten Release gebracht, mit einer ordentlichen Lokalisierung und einem in meinen Augen anständig gewählten Sprecher-Cast. Hier kann man sich natürlich mal wieder streiten.
Die Limited Special Edition sieht hübsch aus und gut verarbeitet. Ich finde 35€ für einen einzigen Film nicht ohne und musste auch schon bei jedem Naruto-Film ein Tränchen vergießen. Es ist einfach wirklich nur ein Film! Nichtsdestotrotz erhält man dafür ein qualitativ hochwertiges Produkt mit einer ordentlichen Lokalisierung. Das sollte man auch honorieren. Die Frage ist nur immer zu welchem Preis.

Ein herzliches Dankeschön an KSM für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und die freundliche Korrespondenz!

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