schmandkuchen_5Schmandkuchen, auch bekannt als Nasser Kuchen, ist eine „Spezialität“, die mein Vater gerne mal von Familienbesuchen aus Thüringen mitbringt. Stellt euch vor, man nimmt einen Schwamm, tunkt ihn in Fruchtsaft und klatscht ihn auf einen trockenen Hefeteig. Ja, so schmeckt das. Mein Vater steht drauf und wollte also, dass ich ihn auch mal mit so einer „Köstlichkeit“ beglücke. Aber ohne mich! Hier wird nicht nach dem fiesen Rezept der Großtante gebacken! Maximale Kreativität und ran ans Werk! Außerdem muss mal das ganze Tiefkühlobst aus der Tiefkühlstruhe! Die soll mal abtauen xD

Zutaten:

500g Mehl
350g Zucker
1 TL Salz
60g Butter
1 Hefewürfel (oder die entsprechende Menge Trockenhefe)
1,25l Milch
1 Vanilleschote
3 Eier
50g Weichweizengrieß (Geht aber auch mit Hartweizengrieß)
400g Schmand (es geht auch saure Sahne oder Crème fraîche)
20g Speisestärke
1kg frisches Obst oder Obstkonserven*

*Bei Obstkonserven ist weniger als ein Kilo nötig, da man ja keinen Abfall mehr produziert. Außerdem sind Konserven meistens schon gesüßt. Daher könnt ihr euch dann 50g Zucker sparen, wenn hierauf zurückgreift.

TIPP: Jedes Obst ist erlaubt! Besonders empfehlenswert sind Kirschen, Äpfel, Himbeeren und Pflaumen! Wer nicht so auf Obst steht, kann auch Mohn nehmen! Schmeckt auch super!

Arbeitszeit: ca. drei Stunden (inkl. Geh- und Backzeit)
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Ich habe mich also für Kirschen und Himbeeren entschieden. Die beiden Obstsorten werde ich nebeneinander belegen, man kann sich aber auch einen wilden Fruchtcocktail backen.

Wir beginnen also mit dem Hefeteig. Das Mehl, 50g Zucker* , das Salz, die Butter, die Hefe und 250ml Milch alles in eine Rührschüssel und gut verkneten. Anschließend den Teig zugedeckt und an einem warmen Ort 20 Minuten zum Gehen wegstellen.
*Wer es süßer mag, sollte mehr nehmen, aber das dann auch oben in der Zutatenliste anpassen!

Nun geht es dem Obst an den Kragen! Bei frischem Obst beginnt ihr mit dem Waschen und entstielen, entkernen, entsteinen oder was auch immer der Früchte. Konservenobst wird an dieser Stelle einfach nur in einem Sieb abgetropft. Wir heizen an dieser Stelle auch schon mal den Backofen auf 180°C (Umluft) vor.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten den gegangenen Teig auf dem Blech zu verteilen. Die traditionelle ist, dass man das Blech fettet und dann den Teig darauf ausbreitet. Die zweite Variante, die ich hier auch mal ausprobiert habe, ist, dass man das Backblech mit Backpapier belegt. Der Teig wird auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ungefähr auf die Größe des Backblechs ausgerollt. Nun legt man den Teig auf das Backpapier und passt nur noch die Kanten an. Das spart nachher ungemein viel Arbeit beim Abwasch. 😉

Bislang war ja noch alles total easy, aber nun kommt der etwas schwierigere Teil der ganzen Geschichte. Wir wollen jetzt eine Grießmasse zubereiten. Dafür nehmen wir unseren verbliebenen Liter Milch, die Vanilleschote und 100g Zucker. Die Milch kommt in einen Kochtopf. Die Vanilleschote schneiden wir der Länge nach auf und puhlen mit der Messerspitze das schwarze Mark heraus und geben es in die Milch. Um die Schote aber voll und ganz auszukosten, geben wir die ausgekratzten Schalenhälften auch noch in die Milch. Den Zucker verteilen wir nun gleichmäßig im Topf, damit der Boden möglichst komplett bedeckt ist. Warum? Weil wir nun die Milch zum Kochen bringen wollen und Milchkochen ist so was von scheiße. xD Der Zucker auf dem Topfboden sorgt dafür, dass die Milch nicht so schnell anbrennt.
Milch kocht man nach Möglichkeit immer nur mit mittlerer Hitze auf. Dazu bedarf es allerdings auch etwas Geduld. Aber glaubt mir, wenn euch das Rattenzeug mal explosionsartig übergekocht ist und sich als brauner Schleimfilm auf dem Topfboden verewigt hat, werdet ihr geduldiger. :V Stellt euch schon mal in der Zwischenzeit den Grieß und ein Eigelb bereit.

Sobald die Milch einmal aufgekocht hat, stoppt ihr die Wärmezufuhr bzw. stellt alles auf ganz kleine Hitze. Daraufhin fischt ihr die Vanilleschote raus und gebt den Grieß dazu. Nun wollen wir ein Eigelb in die Milch legieren. Dazu schöpfen wir uns etwas von der heißen Milch ab und verquirlen darin das Eigelb. Wir geben dann dieses Eigemisch unserer Milch wieder hinzu und verrühren alles gut. Aber Achtung! Die Milch darf an dieser Stelle wirklich nicht mehr Kochen! Ansonsten gerinnt das Eiweiß im Eigelb und wir kriegen die Milch nicht gebunden. Lasst den Kram dann erst mal etwas abkühlen.

Nun verteilen wir unsere Grießmasse auf dem Teig. Daraufhin kommt das Obst. Traditionell werden die Obstsorten getrennt aufgelegt, aber wie gesagt, Mischen ist auch erlaubt. 🙂 Das frische Obst wird nun noch mit 50g Zucker bestreut.
Nun fehlt ja noch die namensgebende Zutat. Wir rühren uns nun eine Creme bestehend aus dem Schmand, der Speisestärke, dem restlichen Zucker und dem 2 Eigelben zusammen und verteilen diese auf den Früchten. Das Blech kommt nun für 45 Minuten in den Ofen.

Und damit wäre meine Version des Schmandkuchens auch schon fertig. Ich würde mich freuen, wenn ihr das Rezept nachbackt, ob es euch geschmeckt hat und Bilder wären auch ganz toll! 😉

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